Biokreis-Milch: 4x gut verpackt

Von Ronja Zöls-Biber | Gepostet am 05.06.2024

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Die Wenigsten tragen heutzutage ihre Milch in der Milchkanne nach Hause. Im Biokreis haben sich Milch-Vermarktende für unterschiedliche Behälter entschieden, um der Kundschaft ihre Milch anzubieten. Wir haben uns diese mal genauer angesehen.

Berl’s Hofmolkerei (A2-Urmilch)

Der Text

  • „Unsere Ur-Heumilch enthält viele ungesättigte Fettsäuren.“
  • „Unsere Ur-Heumilch – zurück zum Ursprung“
  • „Mehrwegflasche: Bring mi bitte wieder zruck“
  • „A2 ist die ursprünglichste Art der Milch, da früher alle Kühe A2 Milch gaben. Im Laufe der Evolution hat sich die Milch verändert und bei europäischen Rindern ist eine Punktmutation aufgetreten, die sogenannte A1 Variante. A2 Milch ist wie Ziegen- und Schafmilch eine gute Alternative zur normalen Kuhmilch im Handel. Dank des A2 Betakasein könnte die Milch verträglicher und -bekömmlicher sein. Wir verarbeiten nur unsere eigene erzeugte Milch. Dadurch können wir eine sehr hohe Qualität erzielen. Uns liegt das Tierwohl sehr am Herzen, deshalb wachsen unsere Kälber bei ihren Müttern auf (muttergebundene Kälberaufzucht).“ Testimonial Lucki Maurer sagt mittels einer Sprechblase: „Unglaublich hochwertig und bekömmlich“.
    Darüber hinaus enthält das Etikett Hinweise zu Fettgehalt, Lagerung und Verzehr sowie die Hof-Adresse und Internet-Adresse.

Die grafische Gestaltung

Zeichnungen auf dem Flaschendeckel und dem grau-blauen Etikett zeigen jeweils eine Heu fressende Kuh. Darüber hinaus verrät ein Bild der Familie Berl, gemeinsam mit Testimonial Lucki Maurer, welche Menschen hinter diesem Produkt stehen. Vier Siegel zieren die Lasche und die Rückseite: EU-Bio-Siegel, Biokreis-Siegel, Bayerisches Bio-Siegel, Garantiert traditionelle Spezialität.

Markus Berl erklärt zu…

Transparenz: „Auf unserem Etikett ist die Familie abgebildet. Zu uns kann man jederzeit auf den Hof kommen und die Menschen, die Tiere und die Arbeit sehen, die hinter dem Produkt stehen. Transparenz ist für mich auch insofern gegeben, dass das Behältnis nicht blickdicht ist und man Menge und Inhalt sehen kann.“

Nachhaltigkeit: „Unsere Glasflasche ist mehrfach wiederverwendbar – wenn sie zurückgegeben wird. Wir arbeiten mit einem Pfandsystem, und der Anteil der zurückgegebenen Flaschen liegt bei circa 70 Prozent. Der Aufwand für das Waschen ist leider sehr hoch: Zwei Mitarbeiter und die Maschine brauchen für 50 Kisten (300 Flaschen) rund zwei Stunden. Die Flaschen werden so oft wiederverwendet, bis sie defekt sind; dazu können wir leider keine genaue Zahl nennen.“

Individualität: „Das Etikett ist gemeinsam mit einem Mediendesigner kreiert worden. Der bekannte Koch Lucki Maurer ist dort gelandet, da er so begeistert ist von unserer Milch.“

Home – Biomilchhof Berl (biomilchhof-berl.de)

Alztaler Hofmolkerei

Der Text

  • „frische Bio-Heumilch.“
  • „Milch direkt vom Bio-Bauern“
  • „Im Sommer Weide, im Winter Heu!“ Darüber hinaus sind Hinweise zu Fettgehalt, Lagerung und Verzehr sowie Hof-Adresse und Internet-Adresse aufgedruckt.

Die grafische Gestaltung

Neben dem Logo der Alztaler Hofmolkerei ist ein gezeichnetes Bild von einem mit beiden Händen im Fass rührenden Menschen zu sehen, darüber hinaus der gezeichnete Kopf einer Kuh und eine Pflanze. Vier Siegel zieren das Glas: JRE Genussnetz, EU-Bio-Siegel, Garantiert traditionelle Spezialität, Biokreis-Siegel.

Franz Obereisenbuchner erklärt zu…

Transparenz: „Wir bieten auf unseren Märkten und am Milchautomat das Wiederbefüllen der Kundenflasche an. Das nimmt die Kundschaft an die Hand und lädt zur Mitgestaltung bei der Müllvermeidung ein. Das ist meines Erachtens auch die nachhaltigste Form des Warenverkaufs.“

Nachhaltigkeit: Glas ist die beste Wahl für das Produkt, allerdings sind die Deckel überwiegend nicht wieder zu verwenden, und das Waschen ist speziell in kleinen Anlagen nicht besonders energieeffizient. Da wir das tagsüber machen, kommt der Strom aber überwiegend von unserer PV-Anlage.“

Individualität: „Wir haben Milchflaschen dauerhaft bedrucken lassen, um die Etikettierung zu umgehen. Dadurch haben wir auch ein individuelles Erscheinungsbild. Das kommt gut an. Der Nachteil ist jedoch, dass alle Flaschen zu uns zurück müssen. Das ist in einem guten Mehrwegsystem kontraproduktiv. Wir verwenden die Flaschen aber nur noch im Hofladen und auf unseren Bauernmärkten. So ist der Weg von
der Kundschaft zu uns zurück sehr kurz.“

Alztaler Hofmolkerei – Biomilchprodukte direkt vom Bauernhof (alztaler-hofmolkerei.de)

Kainzhof aus Rankham

Der Text

  • „Bio-Heumilch vom Bauern direkt zu dir“
  • „1 Liter frische Bioheumilch vom Kainzhof aus Rankham“
  • „Frische Bioheumilch aus unserem kontrollierten Bioheumilchbetrieb“
  • „Bitte sofort nach Gebrauch die Flasche mit heißem Wasser gründlich ausspülen.“ „Pfandflasche – Rückgabepflichtig“
    Darüber hinaus sind Hinweise zu Fettgehalt, Lagerung und Verzehr sowie Hof-Adresse und Internet-Adresse aufgedruckt.

Die grafische Gestaltung

Auf die Plastikflasche sind die gezeichneten Köpfe einer Kuh und eines Kalbes gedruckt. Ackerwildkräuter bilden einen Kranz, dessen Enden unten durch das Biokreis-Logo verbunden sind. Vier Siegel zieren die Flasche: Garantiert traditionelle Spezialität, Biokreis-Siegel, Bayerisches Bio-Siegel sowie das Lacon-Logo.

Josef Forstner erklärt zu…

Transparenz: „Das Material Tritan ist transparent, wodurch der Inhalt in der Verpackung auf den ersten Blick erkennbar ist. Auf der Verpackung sind alle Siegel vorhanden, die für das Produkt relevant sind.“

Nachhaltigkeit: „Auf der Suche nach einer guten Verpackung für Milch und Joghurt entschied ich mich für das gesundheitlich unbedenkliche Material Tritan. Verpackungsmaterialien aus Tritan sind leicht und ziemlich robust. Einer der größten Vorteile liegt darin, dass Tritan vollständig ohne die chemische Grundsubstanz BPA und ohne Weichmacher produziert wird. Es ist bruchfest und löst sich nicht in Plastikpartikel auf. Eine Flasche kann bis zu 25 Jahre halten. Bei zwei Abfüllungen pro Woche ergibt das 25.000 Abfüllungen, was Tritan im Vergleich zu Glas nachhaltiger macht. Die Reinigung ist einfach und erfolgt dank guter Reinigungsmaschinen ohne Chlor. Insgesamt ist die Ökobilanz höher. Im Vergleich zu Glas hat Tritan ein deutlich geringeres Gewicht, was sich positiv auf die Transportkosten auswirkt. Ich persönlich sehe nur Vorteile darin, leider ist jedoch Tritan bei der Verbraucherschaft weniger bekannt.“

Individualität: „Die Flaschen werden von mehreren Milchherstellern verwendet. Wir haben unsere Flaschen bedrucken lassen, alternativ wäre auch ein Etikett möglich. So sind die Flaschen nur bei uns zurückzugeben. Insgesamt haben wir 5.000 Flaschen neu bedrucken lassen und 4.000 übernommen.“

Kainzhof von Rankham (kainzn.de)

Bio-Heumilch, 1,5 % (Andechser Molkerei Scheitz)

Der Text

  • „Die Bio-Heumilch Bauern aus Bayern“
  • „100 % frisches Gras, Heu und etwas Getreideschrot“
  • „durchschnittlich 120 Tage Weidehaltung im Jahr“
  • „150 Pflanzenarten für Artenvielfalt und gesunden Boden“
  • „– 15 % CO2₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlicher Milch. (Zusatz: Treibhausgas-Bilanz: Konventionelle EU-Milch vs. Bio-Heumilch, turn to zero 2020)“
  • „Gemeinsam für eine Kultur der Wertschätzung“
  • „Diese Tradition hat Zukunft. Manchmal ist der traditionelle Weg der modernste überhaupt. Deshalb haben wir Bio-Heumilchbauern aus Bayern uns für die ursprünglichste Art der Milcherzeugung entschieden: die Heumilchwirtschaft. Auf kleinen bio-zertifizierten Familienbauernhöfen können wir individuell auf das Wohl der Tiere eingehen. Dabei fressen unsere Heumilchkühe wohlschmeckendes Gras und bunte Wiesenkräuter, im Sommer frisch von der Weide, im Winter getrocknet als Heu. Und diese geschmacklichen Nuancen der verschiedenen Wiesenkräuter und Gräser machen unsere Milch so herrlich aromatisch und geschmackvoll! Übrigens: Durch diese nachhaltige Kreislaufwirtschaft steigt die Artenvielfalt von Flora und Fauna. Über 150 verschiedene Pflanzen auf den Feldern der Bio-Heumilchbauern bieten Lebensraum für Bienen und andere Insektenarten.“
  • „,Unsere Kühe fressen von Frühjahr bis Herbst saftiges Gras und Kräuter frisch von der Weide, im Winter bekommen sie wohlschmeckendes Heu. Die aromatischen Inhaltsstoffe des Futters sorgen für den guten Geschmack dieser Bio-Heumilch.‘ Familie Veicht, Bio-Heumilchbauern aus Grafing“
  • „Entdecke jetzt das kleine Kräuterlexikon auf www.bio-heumilchbauern.de“
    Darüber hinaus sind Hinweise zu Fettgehalt, Lagerung und Verzehr, die Nährwerttabelle sowie die Adresse der Andechser Molkerei Scheitz aufgedruckt.

Die grafische Gestaltung

Auf dem weißen Tetrapack befinden sich außer blauen grafischen Elementen auch viele Wiesenkräuter und Gräser. Dazu kommt ein Foto der Familie Veicht auf ihrer Weide. Vier Siegel zieren die Verpackung: EU-Bio-Siegel, Biokreis-Siegel, Bayerisches Bio-Siegel, Garantiert traditionelle Spezialität.

Stefanie Miller erklärt zu…

Transparenz: „Die Verpackung fokussiert eine prominente Darstellung der Heumilch-Landwirt:innen und liefert weitere interessante Zusatzinformationen zur Milch. Jede Milchsorte hat zwei unterschiedliche Verpackungsdesigns, die jeweils exemplarisch eine Hof-Familie vorstellen. Daher sind die „Bio-Heumilch aus Bayern“-Produkte sehr transparent. Zudem werden alle Lieferbetriebe auf der entsprechenden Home-
page mit Namen und Hof-Steckbrief vorgestellt: www.bio-heumilchbauern.de/wir-bio-heumilchbauern.“

Nachhaltigkeit: „Der Karton als Hauptmaterial stammt aus nachhaltiger und kontrollierter Forstwirtschaft, die den strengsten Standards unterliegt, die es gibt. Außerdem hat die Verpackung eine gute Ökobilanz hinsichtlich Treibhausgasemissionen und wird klimaneutral hergestellt. Verwendet werden
erneuerbare Materialien. Zudem ist die Verpackung vollständig recyclingfähig.“

Individualität: „Das Design ist einzigartig. Auf jeder Verpackung ist eine Auswahl der wichtigsten Wiesenblumen und -kräuter zu sehen. Durch die naturnahe Fütterung werden Wiesen und Weiden seltener gemäht, und die Artenvielfalt von Flora und Fauna steigt. Über 150 verschiedene Pflanzen bieten
Lebensraum für Bienen und sichern einen gesunden Boden und eine intakte Natur. Mehr Infos erhält man unter www.bio-heumilchbauern.de/kleines-kraeuterlexikon.“

Startseite | Andechser Natur (andechser-natur.de)

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Ronja Zöls-Biber

Redaktionsleitung BioNachrichten / Mitarbeiterin beim Biokreis e.V.