Wir haben es satt! Sie haben es satt, die jungen Menschen, und sie haben Recht!

Wir haben es satt-Demo am Brandenburger Tor, Berlin. Bild: Moritz Richter
Die GW-Woche in Berlin ist traditionsgemäß auch die Woche der großen Demo und weiterer alternativer Termine in der Hauptstadt. Ob in der grandiosen Heinrich-Böll-Stiftung, oder eben auch auf der Straße: sie sind laut, sie sind bunt, sie sind gebildet, sie sind friedlich – aber sie wissen ganz genau, was sie wollen! Und das ist auch gut so. Sie wollen einen einigermaßen bewohnbaren und gesunden Ort hinterlassen bekommen. Die jungen Landwirt:innen wollen einen gesunden Boden und einen Markt, der ihre Produkte zu guten Preisen abnimmt. Als „Produkte“ müssen endlich auch öffentliche Leistungen gezählt werden. Dafür braucht es öffentliche Gelder. Man könnte auch sagen sie wollen Wertschätzung und Perspektive!
2025 war die WHES-Demo eingeschränkt auf Grund der Maul-und Klauenseuche (MKS). Traktoren waren verboten. Dieses Jahr gab es wieder den Korso, was natürlich in der sonst eher sterilen Berliner Mitte für viel Aufsehen gesorgt hat. Es heißt wir waren 8000. Das ist nicht die Welt, aber es war durchaus intensive Stimmung zu vernehmen. Laut war es. Rainers Schweinerei, präsentiert von Agrarminister Alois – so der Titel eines aufgebauten Marionettentheaters. Ja, lyrisch war es auch!
Haben sie uns gehört? Und wer sind eigentlich „sie“? In der Kommission und in den Ministerien sitzen
natürlich einige von „ihnen“. Die Qualität sowie die Ehrlichkeit der Diskussion hat noch starkes Verbesserungspotential.
Eine Einigkeit wird es nicht geben, das muss es auch nicht. Es wird immer Menschen geben, die in Tierhaltung ein Übel sehen – und es wird immer Verteidiger einer artgerechten Tierhaltung, sinnvoller Nährstoffkreisläufe und von Fleischkonsum geben. In einer Grundfrage sind sich diese Flügel allerdings einig: Es muss natur- und artgerecht zugehen – in Landwirtschaft, Verarbeitung und in unserer Gesellschaft allgemein. Dafür stehen wir als Biokreis auch ein. In Passau, in Berlin, in Brüssel, im Handel und vor allem auf all Euren Höfen!
