Biokreis-Mitgliederversammlung 2026

Unsere jährliche Mitgliederversammlung ist ein zentraler Moment im Verbandsleben
des Biokreis e.V. – sie bietet Raum für Information, Austausch und gemeinsame
Entscheidungen. In diesem Jahr fand das Treffen in Neumarkt in der Oberpfalz statt.
Von Gabi Kunz und Anna Birkl
Breits am Vortag folgten einige Mitglieder der Einladung zur Brauereiführung in der Neumarkter Lammsbräu. Dort erzählte Brauereiführer Georg die Geschichte der Brauerei, erläuterte den Brauprozess und führte die Runde durch die Räumlichkeiten. Auch Geschäftsführer Johannes Ehrnsperger beantwortete einige Fragen der Runde. Probiert wurde die Produktvielfalt selbstverständlich
auch – mitunter mit der »Zwickl-Methode«. Die positive Stimmung aus diesem gemeinsamen Auftakt nahm man mit in die Mitgliederversammlung.
Vorstandsvorsitzender Thorsten Block eröffnete die Versammlung mit einem Blick auf die aktuelle Situation der Bio-Branche: »Es sind herausfordernde Zeiten in der gesamten Bio-Branche, aber ich freue mich, dass der Biokreis in dieser Branche so positiv wahrgenommen wird. Unsere Meinung ist gefragt, wir werden gesehen, wir werden gehört.« Auch Geschäftsführer Simon Krischer blickte auf ein bewegtes Jahr zurück: »2025 war für den Biokreis ein bewegtes und ein bewegendes Jahr. Mit dem Umzug – oder besser gesagt Auszug – haben wir uns wortwörtlich für eine neue Richtung entschieden. Aber abgesehen von den neuen Räumlichkeiten stehen wir auch am Markt ganz anders da, als man vielleicht noch vor ein paar Jahren dachte.«
Karla Schweisfurth
»Ich bin ja noch nicht so lange dabei, aber bin begeistert von der Art, wie hier kommuniziert wird. Ich dachte, es wäre viel anstrengender, Diskussionen zu führen. Ich habe viel mitgenommen und viel gelernt und bin zuversichtlich, dass es so weitergeht. Es war ein spannendes Jahr und ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.«
Neben strukturellen Veränderungen prägten auch personelle Entwicklungen das vergangene Jahr. Neue Mitarbeitende sind hinzugekommen, andere haben den Verband verlassen. Aus diesem Wandel ist ein Team entstanden, mit dem sich der Verband heute sehr wohlfühlt. Der Geschäftsbericht gab Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten des vergangenen Jahres, darunter Präsenz auf Veranstaltungen wie den
Bio-Messen und den Öko-Feldtagen.
Auch die Weiterentwicklung der Bio-Allianz wurde thematisiert, die inzwischen weitergewachsen ist und eine zunehmende Zusammenarbeit innerhalb der Branche ermöglicht. Ein besonderes Highlight war erneut die Biofach die als wichtiger Branchentreffpunkt gilt und auch in diesem Jahr durch zahlreiche Gespräche und positive Rückmeldungen überzeugte.
Peter Schmidt
»Ich verspüre eine Aufbruchstimmung. Vielen Dank dafür. Habe ich Jahre nicht erlebt – es war eher
ein Verteidigungskampf. Einige sind gegangen, einige geblieben, einige gekommen. Wir wollten was ändern und das haben wir.«
Ergänzend berichtete Christoph Helm aus der Qualitätssicherung. Neben dem Tagesgeschäft standen insbesondere die Kooperationen sowie der Abgleich von Richtlinien mit anderen Verbänden im Fokus. Herausforderungen bestehen weiterhin beim Biodiversitäts-Tool, da die Rückmeldungen bislang nur schleppend eingehen. Dazu betonte Thorsten Block: »Diese Rückmeldungen sind wichtig – für uns, aber auch für euch! Künftig werden eure Produkte nicht mehr nur über den Preis verkauft. Entscheidend werden vielmehr Biodiversität, Tierwohl, CO₂-Bilanz, Wassermanagement und Sozialstandards.“
Im politischen Teil der Versammlung gab Tamira Zöller einen Überblick über zentrale Themen wie Bio-Recht, Förderung, Gentechnik und Tierhaltung. Für das Jahr 2026 stehen in der Bio-Branche mehrere richtungsweisende Entscheidungen an, unter anderem im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 sowie möglichen Vereinfachungen in der EU-Öko-Verordnung.
Ferner wurden zwei Anträge aus der Mitgliedschaft bearbeitet und positiv abgestimmt: Erstens wurde be schlossen, weiterhin das Thema Imkerei stark zu fördern, sowohl politisch als auch vertrieblich. Für Biokreis-Hühnerzüchtende wurde zudem ein fachlich fundierter Vorschlag zur Anpassung der Richtlinien nach ausführlicher Debatte mit großer Mehrheit beschlossen. Dieser ermöglicht künftig unter bestimmten Bedingungen den Einsatz von Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei.
Stefan Mutter, Freiländer Geflügel GmbH
»Ich habe auch den Eindruck, da passiert was, es gibt einen Plan. Zum Beispiel die Sache mit Netto. Biokreis hat uns eine Brücke gebaut und wir können darüber spazieren – es läuft würde ich sagen! Ich schließe mich Peter an, wir sind auf einem guten Weg. Was letztes Jahr auf der Mitgliederversammlung versprochen wurde, hat sich bestätigt, ich fahre zufrieden nach Hause.«
Auch für die Vorstandsarbeit wurden Weichen gestellt: Josef Farthofer junior von der Familiendestillerie Farthofer wurde als Vertreter der Verarbeitung in den erweiterten Vorstandgewählt. Zudem bestätigten die Mitglieder mit breiter Mehrheit den eingeschlagenen Kurs von Vorstand und Geschäftsführung hin zu einer weiteren Professionalisierung des Verbandes.
Für das kommende Jahr stehen ins besondere die Intensivierung der Nähe zu den Mitgliedern, die Fortführung laufender Prozesse wie die Digitalisierung sowie verschiedene Vernetzungsformate und Veranstaltungen auf dem Programm.
Thorsten Block
»Vielen Dank auch von mir – allen die da waren und denen, die das heute vorbereitet haben. Was bedeutet das Ehrenamt, wenn das Hauptamt nicht mitmacht. Es wird immer runder und runder. Wir nehmen das alles positiv wahr.«
Die Mitgliederversammlung endete in einer konstruktiven und zuversichtlichen Stimmung – getragen von dem Bewusstsein, dass die anstehenden Herausforderungen zugleich zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
