Weidetierhaltung und Blauzungenkrankheit: Neuer Serotyp

Weidetierhaltung schafft Biodiversität und Klimaschutz – doch das funktioniert nur mit gesunden Weidetieren. Alle Weidetierhaltenden leben aktuell mit den Folgen der Blauzungenkrankheit, letztes und vorletztes grassierte der Serotyp 3 in NRW. Jetzt ist der Serotyp 8 nach NRW eingereist, im Aachener Raum ist ein erstes Rind infiziert entdeckt worden. Für die betroffenen Tierhaltenden heißt dies: Wiederkäuer sind nun gegen den Serotyp 8 zu impfen. Eine enorme Arbeit, die aber auf jeden Fall die Schafhaltenden auf sich nehmen werden. Denn bei ungeimpften Herden ist die Zahl der toten Tiere hoch. Bei den Rindern sind – zumindest in den vergangenen Jahren mit dem Serotyp 3 – in geimpften und ungeimpften die Kalbungen geringer oder auch schwierig gewesen. Der Haken: Die Impfung kostet pro Tier – egal, ob klein oder groß – etwa gleich viel. Aber für Schafhaltenden sind die Kosten damit unverhältnismäßig hoch. Die Natur aber braucht die kleinen Wiederkäuer – auch als Samentaxi für die natürliche Vielfalt. Also hier die Aufforderung an die Verbraucherinnen und Verbraucher: Kauft die Produkte der Schäfereien, auch wenn sie immer teurer werden (müssen).
Der Autor Peter Schmidt ist Ökolandwirt und Vorstand des
Biokreis Erzeugerring NRW und Niedersachsen e.V.