Wie aus Obst Saft wird

Apfelsaft des Biokreis-Betriebs Perger. Foto: Tobias Köhler
Bio-Getränke zwischen Natur, Herkunft und moderner Produktion. Im Gespräch mit Geschäftsführer Johannes von Perger
Zwischen dem Ammersee und den sanften Hügeln Oberbayerns liegt das Hofgut der Familie Perger – ein Ort, an dem seit über 60 Jahren naturreine Bio-Säfte entstehen. Aus Äpfeln und Birnen, Johannis- und Aroniabeeren sowie Holunder werden hier hochwertige Säfte hergestellt. Der Betrieb ist Biokreis-zertifiziert und steht für hohe Qualität.
Die Geschichte begann, als Vater Maximilian nach dem Krieg mit viel Idealismus nach Breitbrunn am Ammersee kam, um sich eine neue Zukunft aufzubauen. Fruchtsäfte wurden ihm zur echten Herzensangelegenheit. Geschickt baute sich der gelernte Elektrotechniker aus den Bremszylindern eines Eisenbahnwaggons seine erste Obstpresse.
Bis heute verbindet die Freiherr von Perger GmbH Handwerklichkeit mit moderner Herstellung. Das Sortiment reicht von köstlichen Säften und Sirupen über erfrischende Schorlen und Limonaden bis hin zu feinem Bio-Eistee. Verarbeitet werden heimische Früchte ebenso wie ausgewählte exotische und fair gehandelte Obstsorten in Bio-Qualität.
Was alle Produkte verbindet: Sie sind frei von künstlichen Aromen und Zusatzstoffen. Durch die sorgfältige und schonende Verarbeitung bleiben das volle Aroma und der unverfälschte Geschmack der Früchte erhalten.
Saisonale Spezialitäten wie der Bio Winterzauber odermder Bio Märchentraum sorgen in der kalten Jahreszeit für besonderen Genuss und bringen Wärme ins Glas.
Herr Perger, wie hat sich die Firma in 60 Jahren verändert?
Wir sind unseren Werten stets treu geblieben. Als Familienbetrieb produzieren wir seit jeher Bio-Säfte und Erfrischungsgetränke in höchster Qualität – heute mit moderner Technik und einem breiteren Sortiment.

Welche Entscheidungen haben das Unternehmen geprägt?
Ein wichtiger Meilenstein war die Gründung einer Genossenschaft zur Wachstumsfinanzierung und Zukunftssicherung. Nachdem diese später eigenständig wurde, konnten wir uns wieder ganz auf den Familienbetrieb konzentrieren.
Wie hat sich die Produktion im Laufe der Zeit verändert?
Die Produktion ist deutlich professioneller, technischer und sicherer geworden. Moderne Anlagen ermöglichen eine gleichbleibend hohe Qualität und effizientere Abläufe.
Was war früher einfacher – und was ist heute einfacher?
Früher war es einfacher, gutes Personal zu finden und es gab deutlich weniger Bürokratie. Heute ist dafür die Kommunikation dank digitaler Möglichkeiten wesentlich leichter.
Welche Produkte waren früher besonders beliebt – und welche sind es heute?
Früher standen Apfel-, Birnen- und Johannisbeersaft im Mittelpunkt. Heute gehören Rhabarbersaft sowie die Sorten Apfel-Mango, Apfel-Holunder und Maracujasaft zu unseren beliebtesten Produkten.
Welche Werte sind Ihnen im Unternehmen wichtig?
Wir lieben es gute Säfte zu machen, die Freude bereiten. Wir als Familie wollen etwas Gutes tun für die Menschen, den Genuss, die Region und die Ökologie.
Gibt es ein persönliches Erlebnis, das Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Im Jahr 2015 haben mich Freunde motiviert, die Marke wieder neu zu beleben. Das war ein entscheidender Wendepunkt.
Welche Herausforderungen gab es in all den Jahren?
Die größte Herausforderung war es, das Unternehmen als Premium-Marke zu etablieren und sich nicht auf den Preiskampf im Handel einzulassen.
Wie sehen Sie die Zukunft der Getränkeproduktion?
Die Rahmenbedingungen werden anspruchsvoller, aber mit Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit bestehen gute Zukunftschancen.
Welche Entwicklungen planen Sie?
Im Fokus stehen die weitere Einsparung von Wasser- und Energieverbrauch sowie eine noch nachhaltigere Produktion.
Wo soll der Betrieb in 10 oder 20 Jahren stehen?
Ein etablierter Premium-Anbieter mit klarer Marktposition.