Microgreens: Gesunde Geschmacksexplosionen

Kleine Geschmacksexplosionen auf der Zunge sind es, die Gernot Kleinberger an seinen Produkten besonders liebt. Die Produkte sind sogenanntes Mikrogrün, oft auch Grünkraut oder eben englisch Microgreens genannt. Davon baut Kleinbergers Firma MingaGreens in München ein gutes Dutzend Sorten an, zum Beispiel Rettich, Sonnenblume, Brokkoli, Koriander oder Fenchel (siehe Titelfoto).
Anders als Sprossen handelt es sich bei Microgreens um die grünen oder bunten Blättchen von Gemüsekeimlingen, die in einem Substrat wurzeln und innerhalb von sechs bis vierzehn Tagen geerntet werden. Das Substrat besteht bei MingaGreens zumeist aus Hanffasern oder aus anderen FiBL-gelisteten Bio-Pflanzsubstraten. Der Bio-Standard war für MingaGreens von Anfang an gesetzt.
Das junge Unternehmen ist ein Ergebnis der Corona-Zeit, in der viele Menschen abwechslungsreiche und gesunde Lebensmittel aus ihrer Region suchten. Gemeinsam haben die drei Gründer 2021 die Idee entwickelt und den Anbau erst einmal im eigenen Keller erprobt. Inzwischen ist der Umzug auf ein stillgelegtes Industriegebiet erfolgt und es stehen ausreichende Produktionsräume zur Verfügung.
Auch der Vertrieb fing zunächst bescheiden an, mit einem Verkaufsstand am Feldrand bei einem Landwirt. Diese Form der Kundennähe war wichtig, sagt Kleinberger, denn so konnte man sich frühzeitig auf die Kundenerwartungen einstellen. Heute ist der Absatz deutlich größer und neben der Direktvermarktung läuft der Verkauf vor allem im Biofachhandel und über den einschlägigen Großhandel. Wichtige Abnehmer:innen sind inzwischen auch Großküchen in der Region.
Gerade die Belieferung der Großküchen erlaubten es dem Unternehmen, den Verpackungsmüll äußerst gering zu halten, da rückführbare Behälter eingesetzt werden, erläutert Kleinberger. Den Verpackungsaufwand zu minimieren ist MingaGreens wichtig. In der Regel kommt nur Pappe zum Einsatz. Auch ein anderes Thema spricht der Unternehmer offen an: Microgreens werden in geschlossenen Räumen produziert, unter kontrollierten Bedingungen mit Licht und Belüftung. Das kostet Energie.
Microgreens gelten als besonders gesund. Sie enthalten zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und andere Nährstoffe. Sie sind deshalb nicht nur bei gesundheitsbewußten und sportlich aktiven Kund:innen beliebt.
Und sie schmecken! Die meisten Sorten, die MingaGreens anbaut, sind nussig, herzhaft, würzig und scharf, teils auch senfig. Frisch zubereitet entfalten sich die enthaltenen ätherischen Bestandteile beim Verzehr und erzeugen ein intensives Geschmackserleben.
Gernot Kleinberger hat es vor allem die Erbse angetan, mild bis würzig-süßlich. Die kleinen Blättchen rufen bei manchen Kund:innen Kindheitserinnerungen wach, weiß er schmunzelnd zu berichten: an den Geschmack der Erbsen aus Omas Garten.
Der Autor Udo Tremmel ist beim Biokreis e.V. zuständig
für die Redaktion und Grafik der BioNachrichten.
Im Internet: www.minga-greens.de