Fortbildung mit Urlaubsfeeling

Von Gastautor:in | Gepostet am 05.08.2025

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Im Rahmen einer Fachexkursion des Biokreis ER Bayern machten sich Ende Juni dreißig interessierte Landwirt:innen und Akteur:innen aus der Biobranche auf den Weg zur Gemeinschaftsalm von Biokreis-Landwirt Andreas Gruber in Kiefersfelden.

Nach einem wunderschönen gemeinsamen Aufstieg informierte Andreas Gruber zunächst über Geschichte, Eigentumsrechte und Besonderheiten der Oberaudorfer Alm sowie die derzeitige Bewirtschaftung. Dies vermittelte bereits einen sehr guten Einblick in die Chancen, Herausforderungen und Bedeutung der Almwirtschaft.

Vor der Hütte der Familie Gruber fand anschließend der fachliche Teil der Exkursion statt – durchgeführt von Christian Tegethoff, dem Almfachberater vom AELF Rosenheim sowie Frau Meier, der neuen Geschäftsführerin vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern e. V. Herr Tegethoff informierte dabei auf sehr anschauliche Weise über die doch teilweise sehr ernst zu nehmenden Herausforderungen der Almwirtschaft. Besprochen wurden unter anderem:

  • Klimawandel: im Vergleich zu den 1970er Jahren hat sich der Vegetationsbeginn um etwa drei Wochen nach vorne verschoben und der Biomassezuwachs auf den Almen erhöht
    rechtzeitiger Auftrieb wichtig, Weidemanagement muss angepasst werden:
  • Das „magische Dreieck“ der Almbewirtschaftung mit den drei Eckpfeilern:
  1. Rechtzeitiger Auftrieb
  2. Anpassung der Tierzahlen an den erhöhten Biomassezuwachs
  3. Gelenkte Weideführung (Koppeln)
    • führt zu optimaler Nutzung der Almweideflächen, zur Vermeidung von Sturzfluten und Lawinen sowie zum
    • Freihalten der Almen (= keine Verbuschung / Verwaldung)
    • Sicherstellung der Wasserversorgung, gerade bei Koppelführung
    • Bedeutung des Schwendens
    • Große Beutegreifer
    • Umgang mit Problempflanzen wie Borstengras, Kreuzkraut und Weißer Germer
    • u. v. m.

Herr Tegethoff wies dabei eindrücklich darauf hin, dass in Oberbayern und im Allgäu derzeit zu wenig Tiere auf die Alm geschickt werden, um die Weideflächen freihalten zu können. Zwischen 2008 und 2021 sind allein, laut Angaben der LfL, in Oberbayern 1.855 Hektar Almweideflächen verschwunden.

Um dem entgegenzuwirken, unterstützt der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern e.V. bei der Vermittlung von Almen, wie Frau Meier erklärte. Wer seine Tiere auf eine Alm abgeben möchte, kann sich dort melden und wird dann mit geeigneten Almbesitzern in Kontakt gebracht – siehe unter www.almwirtschaft.net/almplaetze-angebot

Wer Interesse an weiteren Informationen dazu hat, kann sich gern bei unserer Beraterin Katharina Loibl loibl@biokreis.de melden.

Die Autorin Katharina Loibl ist landwirtschaftliche Beraterin beim Biokreis in Oberbayern Süd

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