Das WandelSchwein – Ein Forschungsprojekt zum Aufbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten in Baden-Württemberg und Bayern

Biokreis -Betrieb Reinhardt, Vilshofen. Bild: Tobias Köhler
Seit März 2023 arbeitet das Forschungsprojekt WandelSchwein, getragen von der rebio GmbH und gefördert im Programm des BÖL (Bundesamt Ökologischer Landbau), daran, regionale Bio-Wertschöpfungsketten für Schweine in Baden-Württemberg und Bayern aufzubauen. Von Susanne Sorg
Perspektiven für die Öko-Schweinehaltung
Ziel des Projekts ist es, Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Schweinefleisch langfristig zu sichern und stabile, wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu schaffen. Ausgangspunkt war die angespannte Lage in der konventionellen Schweinehaltung, besonders während der Corona-Krise: Viele Schweinehaltende standen vor der Betriebsaufgabe, während die Nachfrage nach BioSchweinefleisch kaum gedeckt werden konnte. Die Umstellung auf ökologische Schweinehaltung bietet deshalb eine echte Zukunftsperspektive, die nicht nur wirtschaftlich interessant ist, sondern auch im Einklang mit steigenden Anforderungen an Tierwohl und Umweltschutz steht. Derzeit werden in Deutschland nur etwa ein Prozent der Schweine ökologisch gehalten. Viele Betriebe zögern vor einer Umstellung, da Stallinvestitionen langfristig sind und unklar bleibt, ob diese künftigen gesellschaftlichen oder gesetzlichen Anforderungen genügen. Große Öko-Anbauverbände bieten hier Orientierung durch klare Richtlinien, Beratung und glaubwürdige Verbraucherkommunikation. Bis Ende 2025 werden im Projekt WandelSchwein verschiedene Haltungsformen, Stallkonzepte und Vermarktungs- wege erprobt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sicherung verlässlicher Absatzwege durch Kooperationen mit Verarbeitung und Handel, insbesondere angesichts inflationsbedingter Nachfragerückgänge. Transparenz ist dabei entscheidend, denn wer erklärt, warum Bio-Schweinehaltung ihren Preis hat, schafft Vertrauen und Akzeptanz bei Verbraucher:innen. Durch den Aufbau eines Netzwerks aus Bio-Ferkel- und Mast- betrieben, Bio-Metzgereien und Handelspartner:innen soll eine verlässliche ökologische Erzeugung und Vermarktung gesichert werden. Regionale, ökologische Futterproduktion und der Verzicht auf chemisch-synthetische Betriebsmittel stärken die Ernährungssouveränität und verringern die Abhängigkeit von internationalen Märkten.
WandelSchwein zeigt, dass zukunftsfähige Schweinehaltung Tierwohl, regionale Wertschöpfung und wirtschaftliche Stabilität zum Nutzen der Höfe und Verbraucher:innen verbinden kann. Hier gehts zum Interview mit Wertschöpfungskettenmanager der rebio im Projekt Wandelschweine Hendrik Alkemade
https://www.oekolandbau.de/bio-fuer-die-region/aufbau-von-wertschoepfungsketten/wandelschwein/
