Reine Männersache?

Julia Krauß, Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung beim Biokreis e.V. Bild: Tobias Köhler
Von wegen! Jede dritte Arbeitskraft in der Landwirtschaft ist eine Frau. Doch ihre Bedeutung im Betrieb wird von der Gesellschaft oft unterschätzt. Von der täglichen Stall- und Feldarbeit über Buchhaltung, Direktvermarktung oder Hofladen – Frauen sind von landwirtschaftlichen Betrieben nicht wegzudenken.
2026 ist das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Wir im Biokreis haben bei ›unseren‹ Frauen nachgefragt, wie ihr Weg in die Landwirtschaft war oder was sie dazu bewogen hat, im landwirtschaftlichen Bereich zu arbeiten. Die Fragen hat Gabi Kunz gestellt.
JULIA KRAUSS
Julia, links auf dem Foto zu sehen, lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern auf dem gemeinsamen Biohof mit Ackerbau und Mutterkuhhaltung im niederbayerischen Ering. Sie arbeitet beim Biokreis e.V. in der Qualitätssicherung im Bereich Zertifizierung Erzeugung und Betreuung Tierwohlprojekte.
Oft sind es familiäre Hintergründe oder der Wunsch in freier Natur und mit Tieren zu arbeiten. Was waren Deine Beweggründe für eine Arbeit in der Landwirtschaft, Julia?
Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung und Ackerbau aufgewachsen. Den Beschluss, Landwirtschaft zu studieren, fasste ich allerdings erst im Jahr meines Abitur-Abschlusses. Wie bei vielen anderen hat mich der Wunsch Pferde zu halten, erst richtig für den Beruf meines Vaters begeistern lassen. Mir und meiner Schwester stand es immer frei, ob wir am Hof helfen wollen. Wir wurden zu nichts gezwungen und auch die Hofübernahme war kein Thema. Wir durften immer unseren eigenen Weg gehen. Erst als ich mir als Teenager die Pferde eingebildet habe, meinte mein Vater, dass ich dann auch das Heu selbst machen muss und den Stall bauen sowieso. Damit hat es angefangen.“
Wie sieht Deine Rolle auf eurem Betrieb genau aus und gibt es bei euch die klassische Rollenverteilung?
Ich bin mir nicht sicher, ob ›klassisch‹ uns richtig beschreibt, auch wenn das Frauen in meinem Umfeld so sehen würden. Wir sehen oft im Bekanntenkreis, dass viel Wert daraufgelegt wird, die Pflichten im Haushalt sehr gerecht aufzuteilen. Das würde bei uns nicht funktionieren. Felix hat den Vollzeitjob (was wie bei allen Selbstständigen natürlich mehr als 40 Stunden bedeutet) und ich arbeite vormittags. Das haben wir uns so ausgesucht.
Damit ist klar, dass am Nachmittag ich mehr mit Kindern, Haus, Hof und Garten beschäftigt bin. Ich könnte nachmittags auch Felix auf dem Schlepper ablösen, aber es ist so, dass ich gerne die Arbeiten zuhause erledige. Man könnte jetzt sagen, dass das daran liegt, dass ich eine Frau bin. Felix und ich würden aber sagen, dass wir die Arbeiten am Hof so aufteilen, wie sie uns persönlich am meisten entsprechen. Wäre Felix ein guter Koch, würden wir hier tauschen – das Talent hat aber sein Bruder geerbt. Ich kann dafür nicht schweißen.

Wie erlebst Du Anerkennung oder auch Skepsis durch Freunde, Nachbarn…? Und wenn Ja, wie gehst Du damit um?
Zu Studienzeiten musste ich in meinem privaten Umfeld oft noch erklären, dass man Landwirtschaft auch studieren kann. Das war vielen nicht bewusst. Die Frage, warum ich mich als Frau dafür interessiere, kam aber nie. Im Studium selbst waren wir das Semester mit dem bislang höchsten Frauenanteil, etwa die Hälfte. Damit stellten wir dort keine Minderheit mehr dar. Es fühlte sich alles einfach normal an. Anerkennung wünsche ich mir nur, wenn ich es schaffe, einen Hydraulikschlauch ab – oder anzukoppeln. Dass für mich der Beruf Landwirtin so selbstverständlich ist – weder Skepsis hervorruft noch besondere Anerkennung benötigt – liegt für mich daran, dass die Generation vor mir hier die Dämme gebrochen hat.
Wie wichtig ist Dir Gleichberechtigung in eurem Betrieb?
Wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam. Jeder hat aber seine Expertise, wo der andere ihm nicht hineinredet oder auch gar nicht mitreden kann. Im Bereich der Mutterkuhhaltung entscheiden wir deshalb mehr gemeinsam als im Ackerbau. Wichtig ist uns hier, dass wir Vertrauen in die Entscheidungen des anderen haben. Damit kann man auch Bereiche gut abgeben, wenn sich der andere kümmert. Das ist mir wichtiger, als überall mitbestimmen zu wollen.
KATHARINA LOIBL
Katharina ist Beraterin beim Biokreis Erzeugerring Bayern e.V. für Oberbayern Süd – Schwerpunkt Milchvieh und Fütterung, Grünland, Düngeverordnung. Eine Frau unter Männern zu sein – daran ist Biokreis-Beraterin Katharina Loibl gewöhnt. Aufgewachsen im oberbayerischen Landkreis Landsberg, verbrachte sie immer schon viel Zeit mit ihrem Vater in der familiären Nebenerwerbslandwirtschaft. In ihrem Umfeld entstand quasi ›von allein‹ ein Freundeskreis aus Landwirten.
Liebe Katharina, was hat Dich bewogen, in die landwirtschaftliche Beratung zu gehen. War es ein direkter Weg?
Das hat sich erst gegen Ende meines Bachelor-Studiums ergeben. Mir war immer klar, dass ich in der Praxis draußen arbeiten möchte. Ich bin keine Stubenhockerin. Da ich meine Bachelorarbeit mit Unterstützung des Landeskontrollverbands Bayern (LKV) geschrieben habe, wurde mir dort eine Stelle angeboten.
Die wäre jedoch in der Zentrale in München gewesen. Das hat sich für mich aber total falsch und schlecht angefühlt, also habe ich abgelehnt. Meine Betreuerin vom LKV wollte mich aber unbedingt haben und so wurde mir eine Stelle als Fütterungsberaterin im Allgäu geschaffen. Das war der Beginn meiner Beratungstätigkeit.
Wie erlebst Du auf den Höfen, die Du betreust, die Rollenverteilung?
Ich erlebe sehr oft ein schönes Miteinander. Jede:r hat seine Aufgabenbereiche und beide Seiten ergänzen sich darin sehr gut. Ich bekomme auch immer wieder mit, wie die (Ehe-)Frauen, die ja in der Regel nicht die Betriebsleiterinnen sind, in die Entscheidungen mit einbezogen werden. Erst kürzlich hat mir wieder ein junger Landwirt erzählt, dass er betriebliche Veränderungen erst mal mit seiner Frau bespricht.
Oft sind die Frauen hauptsächlich im Stall mit dabei, die Außenwirtschaft ist eher noch Männerdomäne – so ist zumindest mein Eindruck. Auch zu meinen Veranstaltungen kommen meist nur die Landwirte, das finde ich etwas schade. Da würde ich mich freuen, wenn auch mehr Bäuerinnen dabei sein würden.
Die Bäuerinnen sind natürlich diejenigen, die sich um die Kinder, den Haushalt und um ggf. zu pflegende Angehörige kümmern. Was das Büro, Buchführung, Anträge etc. betrifft. gibt es alle möglichen Varianten der Rollenverteilung. Das hängt immer von den Vorlieben der Landwirte bzw. Landwirtinnen ab. Produktionstechnische Fragen besprechen aber in der Regel immer nur die Männer mit mir.
Was ich immer wieder spüre: auf Betrieben, die von einem Mann oder einer Frau allein bewirtschaftet werden, fehlt einfach etwas, das fühlt sich für mich immer unvollständig, leer und auch etwas traurig an. Es braucht unbedingt die ausgeglichene Kombination von Frau und Mann in der Landwirtschaft und auf den Höfen.
Wie geht es Dir selbst mit Deinen Arbeitskollegen? Beim Biokreis sind Beraterinnen ja doch eher in der Minderheit.
Ich fühle mich gut und wohl unter meinen Kollegen. Wir haben ein sehr konstruktives Miteinander und können ehrlich, ernst und auch im Spaß miteinander reden. Ich arbeite allgemein gern mit Männern zusammen, finde das sehr angenehm.
Gleichzeitig brauche ich aber auch unbedingt eine Frau als Austauschpartnerin. Corinna Moritz vom Büro war mir jahrelang eine wertvolle Kollegin, da sie ebenfalls eine landwirtschaftliche Ausbildung hat und ich mich mit ihr über alles beratschlagen konnte. Mit Eva und Kerstin haben wir zwei wunderbare Nachfolgerinnen, mit denen ich ebenfalls wahnsinnig gern zusammenarbeite, auch wenn wir (noch) nicht über landwirtschaftliche Themen diskutieren können. Danke euch beiden!
Bei Deinen Terminen bekommst Du sicher einen guten Einblick in die Höfe. Welchen Rat würdest Du jungen Frauen geben, die den Beruf der Landwirtin ergreifen wollen?
Folgt eurem Herzen. Wenn euch die Landwirtschaft Spaß macht, euch erfüllt und eure Herzen zum Hüpfen bringt, dann ergreift den Beruf der Landwirtin. Lasst euch von der Meinung und der Angst anderer nicht davon abbringen. Lasst euch auch nicht aufhalten, wenn der Weg mal etwas steinig ist. Traut euch zu, einen Hof zu übernehmen. Seid mutig. Und steht in der Zusammenarbeit mit eurem Partner und euren (Schwieger-)Eltern auf dem Hof für eure Bedürfnisse ein; erschafft euch ein respektvolles Miteinander und eine Arbeitsteilung, mit der ihr glücklich und zufrieden seid.
Wir Frauen bringen Qualitäten, die in der Landwirtschaft und in den landwirtschaftlichen Familien unverzichtbar sind. Es braucht Frau und Mann in gesunder Balance auf unseren Höfen.
Wenn euch die
Landwirtschaft Spaß
macht, euch erfüllt und
eure Herzen zum Hüpfen
bringt, dann ergreift den
Beruf der Landwirtin.
Hast Du das Gefühl, dass das Bedienen von Schleppern, Erntemaschinen etc. immer noch reine Männersache ist oder hat hier ein Wandel stattgefunden?
Ja, das ist in vielen Fällen noch Männersache. Auf dem Schlepper sieht man schon immer wieder mal Frauen sitzen und fahren– mich eingeschlossen 🙂 –, aber meistens sind es Männer. Bei den Lohnunternehmern, die ich so kenne und fahren sehe, fällt mir gar keine Frau ein. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben eine Frau einen Mähdrescher, Feldhäcksler oder Schlepper mit Presse fahren sehen. Ich würde das ehrlich gesagt gern mal machen, trau mich aber (noch) nicht.
Wie können wir, der Biokreis, die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft sichtbarer machen?
Ich würde es schön finden, wenn es immer mal wieder Treffen oder Veranstaltungen nur für die Biokreis-Landwirtinnen geben würde. Ein Zusammenkommen, bei denen die Landwirtinnen sich gegenseitig austauschen können. Die BioNachrichten und Social Media sind zudem ein wunderbares Medium, um Frauen in der Landwirtschaft zu portraitieren – welch wichtige und unverzichtbare Rolle sie im Verbund mit den Männern auf den Höfen einnehmen.
Was liegt Dir am Herzen, wenn es um Frauen in der Landwirtschaft geht?
Für mich ist es das Schönste, wenn Frau und Mann gemeinsam Freude an der Landwirtschaft haben und gemeinsam in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung einen Hof bewirtschaften. Wenn Frau und Mann ihre Qualitäten einbringen und leben (können) – und keiner ausgenutzt wird, egal ob Frau oder Mann, ob Tochter oder Sohn. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass mehr Frauen einen Hof übernehmen (dürfen) und dass das alte Denken endgültig endet, ein Sohn müsse die Landwirtschaft weiterführen. Und dass die Schwierigkeiten und Spannungen, die es oft noch zwischen Eltern und Hofnachfolgenden bzw. dessen Partner:innen gibt, immer seltener werden.
TAMIRA ZÖLLER
Tamira arbeitet beim Biokreis e.V. als politische Referentin. Die studierte Politikwissenschaftlerin, aufgewachsen auf einem Bio-Hof in Thüringen, ist spezialisiert auf die Gemeinsame Agrarpolitik der EU und vertritt die Interessen des Verbands auf Bundesebene.
Die Mehrfachbelastung aus Stall, Büro, Haushalt und Kinder ist oft hoch und die Kinderbetreuung auf dem Land ist oft lückenhaft. Was muss hier passieren, um die Vereinbarkeit von Familie und landwirtschaftlicher Tätigkeit zu verbessern?
Ob Betriebsleiterin oder Angestellte – Frauen tragen auf Höfen oft einen erheblich größeren Anteil der Care-Arbeit – sowohl für den Betrieb als auch für die Familie. Diese Arbeit ist für den Betrieb essenziell und muss monetär sowie ideell anerkannt und gerechter verteilt werden. Diese geschlechtergerechte Vergütung jedoch ist in der Landwirtschaft besonders schwierig, da nicht die Betriebe, sondern häufig Verarbeitung und Handel die Erzeugerpreise bestimmen. Ein erster Schritt ist die Sichtbarmachung von Frauen in der Landwirtschaft.
Deutschland ist EU-Schlusslicht beim Frauenanteil in der Betriebsleitung (11%). Welche spezifischen strukturellen Hürden in Deutschland sind hierfür verantwortlich?
Wie die FAO und die Vereinten Nationen in mehreren Berichten feststellen, prägen diskriminierende soziale Normen und patriarchale Strukturen den Agrarsektor bis heute. Traditionelle Rollenbilder führen dazu, dass Frauen seltener Betriebe erben und dadurch benachteiligt werden – etwa beim Zugang zu Land, Kapital, Technologien, Beratung oder politischen Entscheidungsprozessen. Umso wichtiger wären Agrarpolitiken, die Gleichstellung systematisch mitdenken. Zudem braucht es bessere Kinderbetreuungsangebote und die Einführung eines Mutterschutzes für Selbstständige.
Welche Netzwerke oder Bildungsangebote werden speziell im Jahr 2026 gefördert, um den Austausch unter Landwirtinnen zu stärken?
Bisher gibt es auf Bundesebene noch zu wenig konkrete Maßnahmen. Die EU zeigt jedoch, dass sie handeln will: Die EU-Kommission hat deutlich gemacht, dass sie in der neuen GAP ab 2028 Frauen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stärker unterstützen möchte und hat in diesem Frühjahr ein neues Mentoring-Programm aufgelegt.
Die Deutsche Rentenbank hatte einen Fördertopf für die Beratung von angehenden weiblichen Hofnachfolgerinnen eingerichtet – eine niedrigschwellige Förderung, die sehr hilfreich war. Leider war dieser Topf bereits nach einem Jahr aufgebraucht. Das Bundesministerium will die Sichtbarkeit von Frauen erhöhen, doch wie genau, ist noch nicht klar. Das Bio-Frauennetzwerk ist ein tolles Format, um sich auszutauschen und gegenseitig zu bestärken – gefördert wird es allerdings leider nicht.
Warum ist es wichtig, die Präsenz von Frauen in agrarpolitischen Gremien und Entscheidungspositionen (Verbände, Genossenschaften) zu fördern?
Sichtbarkeit zu schaffen, ist entscheidend – genau das ist auch ein Ziel des UN-Jahres der Landwirtin. Frauen neigen im Gegensatz zu Männern oft weniger dazu, ihre Positionen auf jeder möglichen Bühne oder in Diskussionen klar zu vertreten. Trotz ihres zentralen Beitrags zur Landwirtschaft sind sie in politischen Entscheidungsprozessen, Gremien und der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. Es müssen strukturelle Mechanismen verankert werden, die die Mitgestaltungsmöglichkeiten von Frauen sicherstellen.
Noch eine persönliche Frage: Du hast ein abgeschlossenes Hochschulstudium. War für Dich, die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen, je eine Option?
Die Hofnachfolge ist bei uns – wie bei vielen Betrieben – noch ungeklärt. Eine außerfamiliäre Übernahme ist bereits einmal gescheitert. Wie es mit unserem Hof weitergehen kann, beschäftigt mich sehr. Gemeinsam mit meinen Eltern überlege ich in verschiedene Richtungen. Klar ist: Der Hof soll weitergeführt werden. Welchen Part ich dabei einnehmen werde, wird sich zeigen.
VERENA BECKER
Verena ist Geschäftsführerin beim Erzeugerring NRW und Niedersachsen. Bereichsleitung Verarbeitung & Handel West und Landwirtschaftliche (Umstellungs-) Beratung– Schwerpunkte: Rind und Geflügel. Aufgewachsen ist Verena im hessischen Achenbach an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, wo sie auch heute noch mit ihrem Partner lebt. Mit ihm zusammen hat sie den elterlichen Betrieb übernommen.
Was hat Dich dazu bewogen, den elterlichen Betrieb zu übernehmen?
Ich hatte schon immer Interesse an der Landwirtschaft und an Allem was dazu gehört. Gerade die Arbeit draußen und mit den Tieren macht mir sehr viel Spaß und ist ein guter Ausgleich zu den Tagen, an denen man lange im Büro gesessen hat.
Traditionelle Strukturen führen oft dazu, dass Söhne bei der Hofübergabe bevorzugt werden. Aktuelle Trends zeigen jedoch, dass immer mehr Töchter Betriebe übernehmen und innovativ weiterentwickeln. Welche Erfahrungen machst Du auf den Höfen, die Du besuchst?
Ich glaube die Zeit der traditionellen Strukturen ist weitgehend vorbei. Aus meiner Erfahrung heraus führt derjenige die Landwirtschaft weiter, der mit Herzblut bei der Sache ist und Interesse hat, den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen.
Gab es Situationen im Betriebsalltag, in denen Du bewusst neue Wege gegangen bist, weil Du eine Frau bist?
Ich bin nie bewusst neue Wege gegangen, weil ich eine Frau bin, sondern habe generell immer das gemacht, was die Situation auf dem Betrieb gerade erfordert hat und zielführend war um weiterzukommen.
Du bist beim Biokreis in vielen Gremien und bei Veranstaltungen unterwegs. Wie erlebst Du dort die Akzeptanz und gibt es Vorurteile gegenüber Frauen in der Landwirtschaft?
Die Akzeptanz ist sehr gut. Garantiert gibt es auch Vorurteile, aber es kommt auch immer darauf an was man selbst aus einer Sache macht.
Wo unterscheiden sich die Bedingungen von Frauen in der Landwirtschaft von denen anderer berufstätiger Frauen? Wo siehst Du Gemeinsamkeiten?
Frauen sind mittlerweile in allen Branchen vertreten und jede Branche bringt ihre eigenen Herausforderungen mit. In der Landwirtschaft werden Dinge oft noch von vielen anderen Faktoren wie z. B. dem Wetter beinflusst und bei jedem Gang in den Stall können sich neue Situationen ergeben, so dass man jederzeit in der Lage sein sollte, flexibel zu handeln.
Welchen besonderen »weiblichen Blick« oder welche spezielle Kompetenz bringst Du in Deinen landwirtschaftlichen Betrieb ein?
Ich würde nicht sagen, dass ich einen besonderen weiblichen Blick mitbringe. Generell handele ich eher pragmatisch und lösungsorientiert und in Abhängigkeit der Situation.
