Projekt ÖKoTier geht weiter

Auf der Weide auf dem Biohof Buchmeier. Bild: Tobias Köhler
Erfreulich: Das Projekt ›Tierwohl in der ökologischen Landwirtschaft – Tiergerechtheit weiterentwickeln und transparent machen‹ wird verlängert.
Der Biokreis freut sich über die Projektverlängerung des im Juli 2023 gestarteten Projekts ›Tierwohl in der ökologischen Landwirtschaft – Tiergerechtheit weiterentwickeln und transparent machen (ÖKoTier)‹ um ein weiteres Jahr bis Juni 2027. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Das Projektteam setzt sich aus drei Forschungsinstituten zusammen, vorranging dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau, weiter aus dem Friedrich-Loeffler-Institut und der Universität Kassel. Außerdem dabei sind drei Kontrollstellen (Abcert, GfRS und Kontrollgesellschaft) und die Verbände Biokreis, Bioland, Naturland und Gäa.
Hintergrund
Um Produkte aus ökologischer Tierhaltung vermarkten zu können, werden Biobetriebe mindestens einmal jährlich überprüft.
Die von den Betrieben einzuhaltenden Vorgaben zur Haltung und zum Management von Nutztieren schaffen gute Voraussetzungen, garantieren jedoch nicht automatisch ein höheres Tierwohl.
Tierbezogene Indikatoren, z. B. zum Gesundheitszustand der Tiere, werden bisher nur im Tierwohl-Kontrollkonzept der AG Tierwohl (Biokreis, Bioland, Naturland, Gäa, Ecoland) und bei einigen Öko-Kontrollstellen bei jeder Bio-Regelkontrolle überprüft. Es besteht das Risiko, das Defizite im Tierwohl nicht auf allen Biobetrieben sicher identifiziert und behoben werden. Deshalb ist es wichtig, auch tierbezogene Aspekte in die Kontrolle – unter Berücksichtigung der EU-Öko-Verordnung – mit einzubeziehen. Das Projekt ÖKoTier setzt hier an.
Zielsetzung
Ziel des Projekts ist es, ein transparentes und praktikables Prüfkonzept für die Tierwohlkontrolle von Rindern, Schweinen, Geflügel, Ziegen und Schafen in der ökologischen Tierhaltung zu entwickeln, das im Rahmen der Bio-Kontrolle erprobte, vorrangig tierbezogene Indikatoren nutzt. Eine große Herausforderung dabei ist der zeitliche und finanzielle Aufwand für die Erfassung tierbezogener Indikatoren auf den Betrieben. Das Prüfkonzept soll helfen, Betriebe mit Tierwohlproblemen zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen. Gelingt es nicht, die Tierwohlsituation im Einzelfall auf diese Weise zu verbessern, können weitere Sanktionen abgeleitet werden. Das Projekt soll somit zur Einhaltung der in der EU-Öko-Verordnung geforderten hohen Tierwohl-Standards beitragen.
Nächste Arbeitsschritte
Es wird ein Indikatorenset (vorranging tierbezogene Indikatoren) sowie ein risikoorientiertes, abgestuftes Prüfkonzept entwickelt. Für Kontrolleur:innen wird ein Schulungs- und Qualifizierungskonzept weiterentwickelt und auf Praxisbetrieben wird derzeit durch Projektmitarbeiter:innen die Praktikabilität des Prüfkonzeptes getestet.
Ziel ist es, das Prüfkonzept über die Projektlaufzeit hinaus zu sichern und in die Regelkontrolle zu integrieren.
Bei dem letzten Treffen des Projektkonsortiums am 20. April in Fulda kam das Team diesem Ziel wieder ein gutes Stück näher
