Gentechnik: So werden Schweine „resistent gegen Schweinepest“

Von Gastautor:in | Gepostet am 17.12.2025

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Von Vera Fischer. ist Projektleiterin beim Infodienst Gentechnik

Das meldete im Oktober der Deutschlandfunk Nova. „Unbedenklich für Verbraucher“, behauptete die Webseite Wissenschaft.de. Wenn Medien über Gentechnikforschung berichten, klingt es meist sehr vielversprechend. Und beim schnellen Lesen bleibt hängen: Gen verändert, Problem gelöst. Schaut man genauer hin, sind jedoch noch viele Fragen offen: Wird das Schwein womöglich anfälliger für andere Krankheiten, wenn eine Aminosäure in seinen Zellen verändert wird, die das Virus der klassischen Schweinepest zum Andocken braucht? Verändern sich Eigenschaften, die für seine Vermarktung wichtig sind?

Der Informationsdienst Gentechnik schaut genau hin, kritisch. Das umfangreiche Webangebot unter www.keine-gentechnik. de zu allen Fragen rund um Gentechnik in der Landwirtschaft hinterfragt die Heilsversprechen, die die Agrarindustrie seit 30 Jahren mit viel PR-Power unters Volk zu bringen versucht. Zwei qualifizierte Journalisten schreiben faktenorientiert, verständlich und stets mit Originalquellen aus aller Welt belegt. Getragen wird das Angebot derzeit von 15 Organisationen der (Öko) Land- und Lebensmittelwirtschaft, dem Umweltschutz und der Entwicklungshilfe, darunter dem Biokreis, sowie von Unterstützenden und Spenden.

In den 21 Jahren seit die Webseite im Jahr 2004 online ging hat sich unter ihrer Webadresse ein umfangreicher Informations- und Wissensfundus zur Agrogentechnik und der Geschichte des Widerstands dagegen angesammelt. Dazu gehören fast 7000 Nachrichten über politische, wissenschaftliche, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Ereignisse oder Entwicklungen sowie mehr als 30 Dossiers mit Hintergründen zu einzelnen Schwerpunktthemen und weiterführenden Materialien. Außerdem gibt es Serviceseiten mit fachkundigen Ansprechpartner:innen bei den Trägern des Infodiensts und Adressen zur Vernetzung mit gentechnikkritischen Initiativen und Organisationen. Mit einer differenzierten Suchfunktion lässt sich der vielfältige Materialfundus zielgerichtet durchforsten.

Da die Materialmenge über die Jahre immer größer geworden ist, die finanziellen Ressourcen in jüngster Zeit dagegen zurückgingen, sucht der Infodienst Gentechnik derzeit dringend neue Spender:innen und Unterstützer:innen, um seine Webseite inhaltlich wie optisch zu aktualisieren, besser zu strukturieren und noch nutzerfreundlicher zu gestalten. Denn auch wenn die Ära der alten Gentechnik langsam zu Ende zu gehen scheint, ist das Thema aufgrund von neuen Technologien wie Cispr/Cas weiter heftig umstritten und zunehmend komplizierter. Mit der vereinfachend als „Genschere“ bezeichneten Technik wird das Genom von Pflanze oder Tier inzwischen nur noch minimal verändert.

Doch Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass die Folgen unabsehbar sein können.

Auf europäischer Ebene wird zurzeit ein Gesetzentwurf diskutiert, der so veränderte Pflanzen wie konventionell gezüchtete behandeln will, sie also weder kennzeichnen noch auf ihre Risiken prüfen lassen. Für die Biobranche wäre das fatal, da sie dennoch selbst dafür verantwortlich bleiben soll, ihre Agrarprodukte vorschriftsgemäß gentechnikfrei zu halten. Und das, wo sich solche gentechnischen Veränderungen derzeit nur mit Unterstützung der Hersteller:innen nachweisen lassen. Entsprechend heftig protestieren Branchenvertreter:innen bei den laufenden Trilogverhandlungen in Brüssel.

Der Infodienst Gentechnik will die Entwicklungen rund um die Agrogentechnik weltweit auch in Zukunft aktuell, anschaulich und präzise auf seiner Webseite berichten und einordnen. Dafür braucht er Ihre Unterstützung. Bitte spenden Sie auf das Konto der Zukunftsstiftung Landwirtschaft bei der GLS Bank, IBAN: DE13 43060967 0030 005400, BIC: GENODEM1GLS. Vielen Dank! Selbstverständlich erhalten Sie dafür eine Spendenbescheinigung. Bei Unternehmen können wir auf Wunsch auch deren Logo in die Unterstützerliste auf unserer Webseite aufnehmen.

Neben seiner Hauptseite www.keine-gentechnik.de betreibt und füllt das Mini-Teilzeitteam des Infodiensts auch das stiftungsfinanzierte Schulportal www.schule-und-gentechnik.de, auf dem sich vielfältige Thementexte und Unterrichtsmaterialien zur Agrogentechnik für Oberstufenschüler oder außerschulische Jugendarbeit finden. So informiert etwa ein Grundlagentext darüber, an welchen gentechnisch veränderten Tieren aktuell geforscht wird und welche bereits auf dem Markt sind. Ob es die eingangs erwähnten Schweine, die vom britischen Roslin Institute und der Uni Lübeck mittels Crispr/Cas resistent gemacht wurden gegen die klassische Schweinepest, bis zur Marktreife schaffen werden, ist noch offen. Vorher müssen die Forschenden noch eine ganze Reihe kritischer Fragen beantworten. Der Informationsdienst Gentechnik wird seine Leserinnen und Leser darüber auf dem Laufenden halten.

Mehr Informationen unter: 
www.keine-gentechnik.de/netzwerk/unterstuetzen 
www.keine-gentechnik.de/nachricht/gentechnik-alsmittel-gegen-schweinepest 
www.schule-und-gentechnik.de/wissen/grundlagentexte/tiere 
www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/genmanipulation-macht-
schweine-resistent-gegen-schweinepest/
Vera Fischer ist Projektleiterin beim Infodienst Gentechnik

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