Bayerische Bio-Erlebnistage 2026

Von links: Maria Lena Hohenester, Geschäftsführerin der LVÖ Bayern, Biokreis-Beraterin Katharina Loibl, Kristine Rühl, Gründerin und Leiterin der SoLaWi Chiemgau, Michaela Kaniber, Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Anna-Lena Dworschak, hier noch Bayerische Bio-Königin und Betriebsleiterin eines Milchviehbetriebs, und Julia Reimann, Mitgründerin und Gastgeberin bei Chiemgaukorn, Bild: LVÖ
Hofleben, Klimawandel und die Frage, wer eigentlich morgen den Hof führt
Wie entstehen die Bio-Lebensmittel auf unserem Teller? Wer steckt dahinter – und vor welchen Herausforderungen stehen die Menschen, die sie erzeugen? Die Bayerischen Bio-Erlebnistage machen genau das sichtbar. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe trafen sich Politik, Bio-Landwirtschaft und Beratung bei Chiemgaukorn nahe Trostberg.
Am 1. September fiel dort der Startschuss für die Bayerischen Bio-Erlebnistage 2026. Julia Reimann und Stefan Schmutz von Chiemgaukorn begrüßten gemeinsam mit Staatsministerin Michaela Kaniber und der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e. V. (LVÖ) zahlreiche Gäste auf ihrem Betrieb.
Doch Bio-Landwirtschaft bedeutet nicht nur Vielfalt auf den Feldern und gute Lebensmittel. Für viele Betriebe wird der Alltag zunehmend anspruchsvoll. Bürokratische Vorgaben, Kontrollen und zahlreiche Regularien kosten Zeit und Energie – gerade kleinere Höfe geraten dabei schnell an ihre Grenzen. Reimanns Appell an die Politik: »Die Regeln müssen mit Augenmaß gestaltet werden.«
Auch die zunehmende Trockenheit beschäftigt die Landwirtschaft. Thomas Lang, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern, fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung. Bio sei weiterhin gefragt – Landwirt:innen müssten aber die Sicherheit haben, dass sich ökologische Landwirtschaft auch wirtschaftlich lohnt, so Thomas Lang.
Anlässlich des Jahres der Frauen in der Landwirtschaft lud Maria Lena Hohenester, LVÖ-Geschäftsführerin, zu einer Gesprächsrunde mit Staatsministerin Michaela Kaniber ein.
Katharina Loibl, Biokreis-Beraterin, machte deutlich, wie wichtig Anerkennung und Wertschätzung für die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft sind. Frauen sollte selbstverständlich zugetraut werden, einen Betrieb zu führen und Verantwortung zu übernehmen.
Gerade bei Hofübergaben zeigt sich noch, dass Töchter nicht überall als Nachfolgerinnen gesehen werden. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt: Immer mehr Frauen führen Höfe in die nächste Generation. »Warum soll eine Tochter den Hof nicht übernehmen dürfen? Wir Frauen können das genauso!«, bringt Katharina es auf den Punkt. »Landwirtschaft braucht Frau und Mann, die gemeinsam Entscheidungen treffen und den Betrieb weiterentwickeln. Miteinander auf Augenhöhe – dann wird’s eine runde Sache.«
Michaela Kaniber hob abschließend die Bedeutung der Bio-Erlebnistage hervor. Junge Menschen hätten häufig wenig Bezug zur Landwirtschaft. Auf den Höfen könne man unmittelbar erleben, wie Lebensmittel entstehen.
