Zuckersteuer auf übersüße Frühstückscerealien nötig

Von Udo Tremmel | Gepostet am 01.06.2026

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3 Fragen an Renate Künast

Liebe Renate Künast, hast Du Dich über den Vorstoß gefreut, Zucker in Lebensmitteln zu besteuern?

Für eine Zuckersteuer habe ich mit anderen mehr als 10 Jahre gekämpft. Sie ist eine von mehreren notwendigen Maßnahmen für eine gesündere Ernährungsumgebung. Es ist nicht akzeptabel, dass sich die einen mit Zucker eine goldene Nase verdienen, andere schon ab Kindestagen krank werden und die gesetzlichen Krankenkassen Milliarden für die Behandlung ausgeben müssen. Kurios natürlich, dass jetzt eine Finanzkommission das vorschlug, aber ich freue mich trotzdem, weil’s richtig ist.

Worin besteht aus Deiner Sicht der Gewinn der Initiative?

Die Finanzkommission für die gesetzlichen Krankenkassen hat zurecht bei der Prävention nicht nur auf Kurse gesetzt, sondern an die Primärprävention – also die Auslöser – gedacht. Jetzt kann die Gesetzliche Krankenversicherung zweifach gewinnen: durch die Einnahmen der Zuckerabgabe kurzfristig und danach auch durch die Reduktion des Zuckerkonsums oder infolge der Reduktion von Zucker in den Softdrinks. Circa 30 Milliarden Euro kostet heute die Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen pro Jahr!

Wo siehst Du weiteren Veränderungsbedarf in unserem Lebensmittelsystem?

Wegen des starken Konsums wäre es sinnvoll, auch eine Zuckersteuer auf Frühstückscerealien zu erheben. Die überzuckern die Kinder schon beim Frühstück. Und natürlich ­besseres Essen in der ­Gemeinschaftsverpflegung vom Kindergarten über die Betriebskantinen und Mensen bis hin zum ­Krankenhaus. Weniger hochverarbeitete, frittierte Produkte und ein modernes pflanzliches Angebot. Das würde den Erwartungen der Kundschaft an moderne Gastronomie entsprechen. Eben zeitgemäßer Genuss!

Renate Künast war bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundes­tages
(­Bündnis 90 / Die Grünen) und von 2001 bis 2005 Bundesministerin
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
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Udo Tremmel

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