Jugendbeteiligung 2025: Mehr als ein Feigenblatt

2025 zeigte sich: Junge Menschen wollen mitgestalten — und sie tun es konkret. Auf den Ökofeldtagen des Wassergut Canitz trafen sich über 100 politisch engagierte Teilnehmende beim Organic Future Camp (OFC), einem Projekt, das noch unter Bundesminister Cem Özdemir initiiert wurde. Ziel des Camps war es, 16- bis 32-Jährige aus der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft bei der Erarbeitung politischer Forderungen zu unterstützen. Ergebnis: eine Zukunftsvision in Form eines 16-Punkte-Plan, den die Teilnehmenden dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Sachsen überreichten.
Kurz darauf fand das 3. Jugendpolitische Forum im BMLEH statt. Rund 50 junge Menschen aus Verbänden, Landwirtschaft, Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Gruppen — vom Bund der Deutschen Landjugend und jungen Biolandwirt:innen über die Waldjugend und Pfadfinder bis hin zu BUND-Jugend und Slow Food-Youth — vernetzten sich, diskutierten und präsentierten konkrete Vorschläge für zukunftsfähige Agrar-, Forst- und Ernährungssysteme.
Tamira Zöller, politische Referentin beim Biokreis, stellte dort die Vision des OFC vor. Klar wurde: Die Ideen sind da — von alternativen rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Hofübergabe bis zur ganzheitlichen agrarökologischen Ausbildung. Was fehlt, ist die ernsthafte Auseinandersetzung der Politik mit diesen Forderungen. Jugendbeteiligung darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Wenn Politik nachhaltige Landwirtschaft will, muss sie jungen Perspektiven echten Einfluss geben — nicht nur Dokumente, sondern Entscheidungen.
Die Zukunftsvision findet Ihr auf der BMLEH Website unter „Organic Future Camp“.
