Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“ erklärt und damit ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das für die Zukunft der Landwirtschaft, der Ernährungssicherheit und der ländlichen Räume von zentraler Bedeutung ist: Frauen sichtbar zu machen und zu stärken.
Frauen tragen wesentlich zum Erfolg und zur Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe bei und engagieren sich in vielfältiger Art und Weise für die Entwicklung der ländlichen Räume. Dies tun sie in unterschiedlichen Rollen und Aufgaben – sei es als Betriebsleiterinnen, Mitunternehmerinnen, Mitarbeiterinnen oder ehrenamtlich in der Verbandsarbeit. Ihr Wissen, ihre Innovationskraft und ihr Engagement für die Landwirtschaft sind unverzichtbar für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung. Vielfach werden ihre Leistungen jedoch zu wenig wahrgenommen und ihre speziellen Bedarfe nicht adressiert. Quelle: bmleh
Das von den Vereinten Nationen ausgerufene International Year of the Woman Farmer 2026 lenkt den Blick auf Frauen, die tagtäglich Verantwortung auf landwirtschaftlichen Betrieben übernehmen und das Leben im ländlichen Raum gestalten. Weltweit stellen sie rund 40 % der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft.
Viele Frauen beginnen den Tag im Stall, organisieren Buchhaltung, Direktvermarktung oder Hofläden und übernehmen zusätzlich familiäre Aufgaben und Vereinsarbeit. Gleichzeitig ist der Zugang zu Ressourcen oft eingeschränkt: Förderanträge, Eigentum oder Kredite laufen häufig nicht auf ihren Namen, obwohl sie in Familienbetrieben gleichwertig mitentscheiden.
Besonders spürbar wird die Belastung bei der Vereinbarkeit von Familie und Betrieb. Viele reduzieren ihre außerbetriebliche Erwerbstätigkeit, wenn Kinder geboren werden oder Angehörige Pflege benötigen. Die unbezahlte Care-Arbeit wirkt sich langfristig auf die Renten aus.
Auch die Anstellung im eigenen Betrieb bleibt ein zentrales Thema. Schätzungen zufolge arbeitet jede dritte mitarbeitende Ehepartnerin ohne geregeltes Arbeitsverhältnis. Fehlende Lohnzahlung, keine eigenständige Versicherung und geringe Absicherung bei Krankheit oder Trennung sind die Folge. Klare Anstellungsverhältnisse schaffen Sicherheit und Wertschätzung.
Stärkend wirken Weiterbildung und Netzwerke. Frauen mit Zugang zu Seminaren, Mentoring und
Austausch übernehmen häufiger Führungsrollen, entwickeln neue Betriebszweige und engagieren sich in Verbänden.
